Intro

Es war einmal ein kleiner Vogel, in ’nem alten Apfelbaum.
Der war frei und unbekümmert, lebte seinen Lebenstraum.
Er flog den lieben langen Tag, vergnügte sich im Sonnenschein,
Doch das Glück, das er erlebte sollte nicht von Dauer sein.

Strophe 1

Eines schönen Tages flog er im Wald umher,
Da sah er einen großen Schatten und erschrak sich sehr.
Er schaute hoch, doch konnte er am Himmel – gar nichts seh’n.
Er dachte an den Habicht, vor dem wurd‘ er gewarnt,
So flog er schnell zu Boden, denn dort war er gut getarnt.
Zuhause fragte er um Rat, er konnt‘ das – nicht versteh’n.

Refrain

Und die ander’n Vögel sagten: „Du hast Recht.
Nimm dich lieber gut in Acht, denn sonst ergeht’s dir schlecht.
Wenn du am Leben hängst, geh das Risiko nicht ein.
Doch mach dir keine Sorgen, wir passen auf dich auf.
Wir wissen, was das Beste für dich ist, drum hör darauf.
Für uns ist das kein Problem, doch du bist zu klein“

Daraufhin beschloss der kleine Vogel, dass er nun
Lieber nicht mehr fliegt, so kann der Habicht ihm nichts tun.

Strophe 2

Der Vogel gab das Fliegen auf und hüpfte nun umher,
Dafür sind Vögel nicht gemacht, darum fiel es ihm schwer,
Doch wenn er deshalb sicher war, dann war es – ihm das wert.
So hüpfte er im Wald herum, da plötzlich hörte er
Hinter sich ein Schnarchen, und – oh Schreck – da schlief ein Bär,
„Ich weiß nicht, sind die tagaktiv? Da mach ich – lieber kehrt.“

Refrain

Und die ander’n Vögel sagten: „Du hast Recht.
Nimm dich lieber gut in Acht, denn sonst ergeht’s dir schlecht.
Wenn du am Leben hängst, geh das Risiko nicht ein.
Doch mach dir keine Sorgen, wir passen auf dich auf.
Wir wissen, was das Beste für dich ist, drum hör darauf.
Für uns ist das kein Problem, doch du bist zu klein“

Der Vogel nahm sich vor, jetzt nur noch nachts heraus zu geh’n.
Denn nachts da war es dunkel drum konn’t man ihn nicht gut seh’n.

Strophe 3

So ging er nur noch nachts heraus, doch damit nicht genug:
bald kam ein starker Wind, der schwarze Wolken mit sich trug.
Der Vogel wurde schnell sehr nass, doch störte – ihn das nicht.
Plötzlich gab es einen Knall, der Himmel blitzte grell,
Das konnte nur ein Monster sein, so rannte er blitzschnell
Nach hause in den Apfelbaum versteckt‘ sich – vor dem Licht.

Und von nun an blieb der kleine Vogel in dem Baum,
schaut‘ nur noch ab und zu raus, doch auch das traut‘ er sich kaum.

Bridge

Doch eines Morgens hörte er die ander’n Vögel draußen kichern.
Sie zogen böse [über] ihn her:
Sie nannten ihn naiv und dumm, er glaube alles, was sie ihm versichern,
Jetzt kauert er zuhause rum.
Da wurd‘ dem Kleinen alles klar: er war im Baum und sicher zwar,
Doch jagt‘ er nur die ganze Zeit die Illusion der Sicherheit.
Er hatte alles aufgegeben, Glück und Freiheit, aus Angst ums Leben.
Doch wer nur lebt, der lebt doch nicht, so flog er fort, hinaus ins Licht.

Outro

So lebt der Vogel seinen Traum, tut nur noch, was ihm gefällt.
Er verließ den Apfelbaum und flog in die weite Welt.
Er lässt sich keine Angst mehr machen vor der möglichen Gefahr,
Denn das Glück ist mit den Schwachen, so wie es schon immer war.

Denn er weiß jetzt, dass er sich nichts mehr wünscht, als frei zu sein,
Und was kurzer Sicherheit glich war am Ende alles Schein.
Doch wer seinem Herzen folgt, wird frei wie ein kleiner Vogel sein.