Strophe 1
Als neulich ich im Wirtshaus war, da langte ich zum Krug,
Über meinen Durst hinaus – ich hatte längst genug.
Und später dann am wanken, konnte kaum mehr grade steh’n,
Kam der Wirt zu mir und wollte seinen Anteil seh’n.
Mein Geldsäcklein – vermaledeit – hatt‘ nicht gerade Flut,
Doch einer weiß genau, was man in so ner Lage tut.
Auf der Schulter sitzt er und flüstert mir allerhand:
„Klau das Fass und dann wird erst mal schleunigst weggerannt.“
Refrain
Die Vernunft, sie spielt ja leider nur selten einen Streich,
Dafür macht sie uns über die Jahre fromm und reich,
Doch Frömmlichkeit und Reichtum geizen viel zu oft am Spaß,
Zum Glück ist auf meinen Schutzbengel immer Verlass! Hey!
Strophe 2
Als ich den Wirt abgehängt, da fiel mir keuchend auf:
Meine Spielmannsbeine taugen kaum zum Dauerlauf.
Mein Naturell ist ja allgeimen schon ziemlich faul,
Fortbewegung wäre noch viel leichter mit nem Gaul.
Doch wer kein Geld fürs Zechen hat, hat auch kein Geld fürs Pferd,
Bis mich mein Schutzbengel eines besseren belehrt:
„Das Ross darf der behalten welcher bei dem Glücksspiel siegt.“
Der Pferdehändler nickt und mein gezinkter Würfel fliegt.
Refrain
Die Vernunft, sie spielt ja leider nur selten einen Streich,
Dafür macht sie uns über die Jahre fromm und reich,
Doch Frömmlichkeit und Reichtum geizen viel zu oft am Spaß,
Zum Glück ist auf meinen Schutzbengel immer Verlass! Hey!
Bridge
Mein Schutzbengel sieht aus, als ob er am Rinnstein lebt,
Ein Gossenbruder von mein’m Spiegelbild
Und wenn er mir erzählt, was ihm dem geradewegs vorschwebt,
Sind seine Ansichten schon ziemlich wild.
Falls die Lebensuppe mir mal wieder wird zu fad,
Rettet er mich selbstlos mit der nächsten Missetat.
Er ist die liebe Stimme, die mir sagt: „Komm, trink noch drei
Und dann noch eine kleine Keilerei.“
Das Leben gibt so viel, aber du gibst mir den Spaß,
Ein Hoch auf dich, so hebe ich mein Glas.
Strophe 3
Heut‘ reit ich mit dem Fass voll Wein in Frohgemut dahin,
Doch am Grafenhaus kommt mir was and’res in den Sinn:
Zwei Fenster stehen offen und laden förmlich ein,
Ein duftend warmer Zuber – alles klar und nichts wie rein.
Beschwipst sitz‘ ich Schaum, als die Tür plötzlich aufgeht
Und eine überraschte Gräfin skeptisch vor mir steht.
Der Bengel auf der Schulter ruft ihr: „was ist schon dabei?
Schnapp dir Wein und komm herein – hier ist auch Platz für zwei.“
Refrain
Die Vernunft, sie spielt ja leider nur selten einen Streich,
Dafür macht sie uns über die Jahre fromm und reich,
Doch Frömmlichkeit und Reichtum geizen viel zu oft am Spaß,
Zum Glück ist auf meinen Schutzbengel immer Verlass! Hey!